MODUL 01 // Theorie
PRÄHOSPITALES MANAGEMENT (S3-LEITLINIE ORIGINALTEXT)
Sub-Routine A: Basismaßnahmen (Kap. 4.1 - 4.6)
4.1 Prähospitales Assessment
"Die initiale Untersuchung des Notfallpatienten soll standardisiert nach dem ABCDE-Schema erfolgen. Ergibt sich aus ABC ein sofortiger Handlungsbedarf, soll entsprechend gehandelt werden. Ein standardisierter neurologischer Untersuchungsalgorithmus (z. B. FAST) weist mit hoher Sicherheit neurologische Defizite nach und macht so eine gezielte Einweisung möglich."
4.2 Venöser Zugang
Grad A"Sofern ein venöser Zugang in einem akzeptablen Zeitrahmen herstellbar ist, soll er als Absicherungsmaßnahme angelegt werden, da jeder Schlaganfall eine potenziell akut lebensbedrohliche Situation darstellt."
4.3 Sauerstoffapplikation
Grad B"Die Gabe von Sauerstoff sollte erst ab einer Sättigung <95 % erfolgen."
4.4 Blutzuckermessung
Grad A"Die Blutzuckermessung soll erfolgen, um die Differentialdiagnose einer Hypoglykämie sicher auszuschließen. Bei niedrigen BZ-Werten (< 60 mg/dl) soll Glucose i. v. gegeben werden."
4.5 Therapie b. erhöhtem Blutdruck
Grad A / B / 0"Bei Patienten mit vermutetem Schlaganfall soll der Blutdruck gemessen werden. Bei einem Wert <120 mmHg systolisch und Hinweisen auf eine Exsikkose sollte kristalloide Infusionslösung verabreicht werden. Blutdruckwerte ≥220 mmHg können per vorsichtiger medikamentöser Titration um 15 % gesenkt werden."
4.6 Andere präkl. Basismaßnahmen
Grad A"Die anamnestischen Daten, einschließlich der Beginn der Symptomatik und mögliche Lyse-Kontraindikationen sowie bereits erfolgte therapeutische Interventionen sollen dokumentiert werden. Ein Medikamentenplan soll zur Mitgabe vorbereitet werden."
Sub-Routine B: TIA & Edukation (Kap. 4.7 - 4.11)
4.7 TIA < 48 Std [B]
Symptome innerhalb der letzten 48 Stunden: Umgehende Zuweisung in eine Stroke Unit. Hohes unmittelbares Rezidivrisiko!
4.7 TIA > 14 Tage [B]
Symptome länger als 14 Tage zurück: Ambulante Abklärung ausreichend, diese muss binnen 1 Monats erfolgen.
4.8 Palliative care [K]
Hausarzt wägt ab: Bei klarem palliativen Patientenwunsch können supportive Maßnahmen greifen und der RD wird nicht alarmiert.
4.9 Warten auf RD [A]
Patient beruhigen, Nahrungs-/Flüssigkeitskarenz (Aspirationsgefahr), nicht unbegleitet aufstehen lassen.
4.10 MFA am Telefon [A]
Verdacht im Telefonat: FAST-Test durch MFA anwenden, bei Positivität sofort 112 auslösen.
4.11 Risikopatienten [A]
Patienten mit Hypertonie, Raucher, kardiovaskulärer Vorgeschichte gezielt über FAST und Notruf 112 aufklären.
Ich bestätige hiermit, dass ich die präklinischen Basismaßnahmen des S3-Stroke-Protokolls vollständig gelesen und verstanden habe.